Narben
können auf unterschiedlichste Weise entstehen. In erster Linie
sind dabei Schnitt- oder Schürfwunden zu nennen, die sowohl
oberflächlich wie auch tiefer ins Gewebe eingedrungen sind.
Sofern diese Wunde nicht ordnungsgemäß versorgt wurde,
kann es zu Entzündungen kommen, die sich letztendlich bei der
Narbenbildung in negativer Weise widerspiegelt.
Gleichermaßen
sind auch Verbrennungen und Verätzungen zu erwähnen, wobei
hier sicherlich die Schnelligkeit der Versorgung durchaus auch die
Narbenbildung mit beeinträchtigt. Vor allem bei Verbrennungen
entstehen gerne wuchernde Narben, sogenannte Keloide, die ein
Überschuss an Gewebe bilden, das sich auf gesundes Gewebe
ausbreitet.
Keloide findet man gerne an Körperstellen mit
großer Hautspannung.
Bei Hauterkrankungen wie Akne, die sich
über eine längere Dauer erstrecken können, hängt
die Intensität der Behandlung von der Stärke der
Narbenbildung ab.
Bei der Akne ist es in erster Linie die
atrophische eingesunkene Narbenbildung, die sich meist im Gesicht
bemerkbar macht in Form von scharfrandigen Narben und
Schüsselnarben.
Als Folge von Operationen können während
oder nach entsprechender Heilung hypertrophe Narben entstehen, wobei
ein Überschuss an Gewebe sich bildet.
Folgen von
Narbenbildungen:
Sofern die Narbe sich an einer Stelle
befindet, die man auf den ersten Blick nicht gleich erkennen kann,
weil sie möglicherweise recht klein ist, sich an einer
entsprechenden Stelle befindet und/oder keine körperlichen
Beschwerden verursacht, stellt sie höchst wahrscheinlich kein
weiteres Problem dar.
Die Situation kann sich allerdings auch
etwas anders darstellen, wenn Narben deutlich sichtbar sind und das
Aussehen beeinträchtigen.
Dies kann zu schweren psychischen
Belastungen führen, die behandelt werden müssen, auch wenn
statt dem Aussehen, körperliche Beeinträchtigungen die
Folge sind.
Die Narbenbehandlung:
Sofern die
Auswirkungen von Narben erkennbar sind und therapeutische Maßnahmen
nicht fruchten, stellt sich die Möglichkeit der Narbenbehandlung
und bestenfalls der Narbenentfer-
nung in den Vordergrund, wofür
es mehrere Möglichkeiten gibt:
Medikamentöse
Lokaltherapie: Diese Art der Behandlung kann gewissermaßen als
eine vorbeugende Maßnahme der Narbenbildung betrachtet werden.
Sie erfolgt unter anderem mit östrogenhaltigen Cremes,
Kortisonzubereitungen sowie Narbenpräperaten, die
antientzünd-
lich, abschwellend und bakterientötend
sind.
Zum Einsatz kommt diese Therapie nicht nur bei frischen,
sondern auch bei alten Narben, die durch Verbrennungen, Verätzungen,
Akne und Operationen entstanden sind. Wichtig ist vor allem, dass das
Narbengewebe dabei ausreichend durchblutet und eine ausreichende
Wasserregulierung gewährleistet wird. Idealerweise bleibt so
eine Narbenentfernung erspart.
Behandlung durch Vereisung
(Kryotherapie): Diese Therapie, die von den Kassen bezahlt wird,
kommt vor allem bei Keloiden und hypertrophen Narben zum Einsatz, ist
aber auch für atrophische Narben im Gesicht geeignet. Dabei wird
die Narbe im Sprayverfahren bis zu 30 Sekunden lang mit Stickstoff
eingefroren. Durch die Kälte von –196°C stirbt das Gewebe
der Narbe ab.
Zurück bleiben Blasen, deren flüssiger
Inhalt danach mit einer Spritze noch mehrmals abgesaugt wird, sodass
letztendlich die Narbe bis auf das ursprüngliche Niveau der Haut
kommen kann und somit eine erfolgreiche Narbenentfernung
darstellt.
Lasertherapie: Die Lasertherapie, die nicht
unbedingt im Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen ist, wird
für die Behandlung von Narben abgesehen von Keloiden häufig
angewandt. Sie ist bei der Narbenentfernung recht wirkungsvoll,
sofern die Durchführung fachmännisch erfolgt und auch das
jeweilige Verfahren richtig abgestimmt ist.
Bei der Behandlung
wird das Laserlicht in kurzen Impulsen in die Haut geschossen, wo es
absorbiert wird. Krankes Gewebe wird dabei zerstört, sodass auf
diese Weise mit dem Schrumpfen des Bindegewebes die Haut gestrafft
wird.
Wird die Lasertherapie mit einem Kohlendioxid- oder
Yag-Laser ausgeführt, der vor allem bei atrophischen Narben und
zur Haut- und Faltenglättung eingesetzt wird, erfolgt eine
millimeterfeine Abtragung der Hautschichten. Dadurch ist die Glättung
der Haut nach der Behandlung ausgeprägter und die
Narbenentfernung effektiver.
Wie oft eine Behandlung durchgeführt
werden muss, hängt von der jeweiligen Narbe ab.
Zudem ist die
Haut nach jeder Behandlung gerötet und geschwollen und benötigt
zur Regenerierung einige Wochen bis eine erneute Behandlung erfolgen
kann.
Dermabrasion: Bei dieser Methode der Narbenentfernung
werden schüsselförmige Narben wie sie bei Akne vorkommen in
Angriff genommen. Mit einer hochrotierenden Fräse oder mit einem
Diamantschleifer werden die Narben abgeschliffen. Durch das
Abschleifen, das mit rund 30000 Umdrehungen pro Minute erfolgt,
werden die Narbenränder flacher gestaltet. Auf diese Weise
erscheint die oberste Hautschicht glatter.
Spritzenbehandlung:
Eine Korrektur von innen stellt diese Behandlung dar, wobei vor allem
in hypertrophe Narben Kortisonlösungen eingespritzt werden. Auf
diese Weise wird die Haut im Bereich der Narbe verdünnt und das
Narbengewebe schrumpft.
Auch bei atrophischen Narben ist eine
Spritzenbehandlung zur Narbenentfernung möglich, vor allem wenn
sich diese im Gesichtsbereich befinden. Dabei wird beispielsweise
eigenes Fettgewebe, Kollagen oder anderes Biomaterial verwendet,
welches sich jeweils gut abbauen lässt.
Operation: Sofern
eine Narbenbildung sich negativ auf die Beweglichkeit auswirkt wie in
der Armbeuge oder im Kniebereich, bietet sich eine Operation an, die
sich auch zur Verkleine-
rung von Narben anbietet. Dabei wird
Gewebe herausgeschnitten und die Wundränder vernäht, sodass
letztendlich nur noch Linien verbleiben, die man kaum erkennen kann
und die Narbenentfernung damit erfolgreich realisiert
wurde.
Kompression und Okklusion: Hierbei werden vor allem
großflächige Narben behandelt, indem auf diese
Druckverbände angelegt werden. Dabei kann es sich auch um
Kompressionsjacken, -hosen und anderes handeln. Auf alle Fälle
müssen diese eine längere Zeit dauerhaft getragen werden.
Durch die geringe Durchblutung schrumpfen die Narben.
Durch den
dauerhaften Druck können diese glatt und elastisch werden,
sodass eine Narbenentfernung bis zu einem gewissen Grad möglich
ist. Als Einzeltherapie oder Ergänzung zur Kompression bietet
sich die Verwendung von Silikongepflastern an, was auf dem Prinzip
der Okklusion d.h. Abdichtung beruht und über Monate getragen
werden muss.

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