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Pathologie

Unter Pathologie wird ganz allgemein die Lehre von Krankheiten verstanden. Dieser Teilbereich der Medizin beschäftigt sich mit der Erforschung und Lehre der Ursachen (Ätiologie), der Entstehung (Pathogenese), der Verlaufsformen und der Auswirkungen von krankhaften bzw. abnormen Symptomen oder Syndromen sowie Missbildungen. Somit stellt die Pathologie eine medizinisch-diagnostische Fachrichtung dar. Um als Pathologe tätig werden zu können, bedarf es einer Facharztausbildung. Untersuchungen in der Pathologie erfolgen routinemäßig oder in Form einer Obduktion. Durch die Routinediagnostik kann der Pathologe Auskunft über Art der Erkrankung eines Patienten und deren Schweregrad geben, also zum Beispiel, ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist. Während einer Obduktion nach einem Krankheitsverlauf oder einer Operation mit Todesfolge hingegen wird untersucht, ob die angewandte Therapie die richtige war oder der behandelnde Arzt richtig gehandelt hat. Hingegen ist die Abklärung unnatürlicher Todesursachen nicht Aufgabe der Pathologie, sondern die der Rechtsmedizin.


Bei den Untersuchungen in der Pathologie kommen verschiedene naturwissenschaftliche Methoden zum Einsatz. Neben der makroskopischen Beurteilung des Zustands eines Körpers oder eines Organs mit dem bloßen Auge können diese auch mikroskopisch untersucht werden. So werden operativ entfernte Organe, durch eine Biopsie entnommene Gewebestücke oder Zellproben durch den Pathologen entsprechend aufbereitet. Der Pathologe kann aus dem entsprechenden Gewebe dünne Schnittpräparate herstellen, diese gegebenenfalls anfärben und sie anschließend unter dem Lichtmikroskop oder sogar unter einem Elektronenmikroskop begutachten. Diese Art der Untersuchung auf Zellniveau nennt sich Histopathologie. Hingegen wird die makroskopische Untersuchung krankhafter Gewebsveränderungen mit dem bloßen Auge auch als Pathologische Anatomie bezeichnet.


Durch den rasanten wissenschaftlich-technischen Fortschritt finden in der Pathologie zunehmend biochemische oder molekularbiologische Methoden ihre Anwendung. Ein Beispiel hierfür wäre die Immunhistochemie, bei der mittels Antikörper veränderte Enzymaktivitäten oder eine veränderte Proteinexpression nachgewiesen werden kann. Die Pathologie umfasst mehrere Teilbereiche, da jede organische Struktur spezifische pathologische Veränderungen zeigt, welche in den einzelnen Teilgebieten untersucht wird. So untersucht beispielweise die Neuropathologie krankhafte Veränderungen des Nervensystems. Als einen weiteren wichtigen Teilbereich der Pathologie wäre noch die Psychopathologie zu nennen, welche sich mit krankhaften seelischen Veränderungen beschäftigt. Im weiteren Sinne wird der Begriff Pathologie und die Vorsilbe „Patho-„ in der gesamten Medizin für krankhafte oder abnorme Vorgänge oder Befunde benutzt.

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