Wer
schon einmal versucht hat, einen Termin in der Praxis eines
Orthopäden zu erhalten, der wird sich über die langen
Wartezeiten gewundert haben. Orthopäden sind über Wochen
hinaus ausgebucht. Lediglich für akute Nofälle oder für
Privatpatienten können noch kleine Zeitfenster erübrigt
werden. Stellt sich die Frage, ob es zu wenig Orthopäden
gibt?
Nun, die Anzahl der Orthopäden mit
Krankenkassenzulassung legt die zuständige Kassenärztliche
Vereinigung fest, ebenso das von den Orthopäden pro Quartal
auszuschöpfende Budget. Erkrankungen der Wirbelsäule sind
eine der häufigsten Ursachen für den Ausfall von
Mitarbeitern. Die wachsende Entwicklung unserer Gesellschaft weg von
der Produktion hin zur Dienstleistung hat zu einer enormen Zunahme
der sitzenden Tätigkeiten geführt. Die Fehlhaltung am
Arbeitsplatz bringt zwangsläufig die gefürchteten Probleme
mit der Wirbelsäule und damit Arbeit für den Orthopäden.
Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft immer älter. Die
demografische Entwicklung lässt den Anteil der älteren
Menschen immer weiter anwachsen. Arthrose, künstliche Hüft-
und Kniegelenke werden da zum täglichen Brot des
Orthopäden.
Warum machen sich bei einem solch guten Markt
nicht einfach mehr Orthpäden selbstständig? Auf der einen
Seite gibt es die Zulassungsbeschränkungen für Kassenärzte,
und auf der anderen Seite reicht das ausschließliche Behandeln
von Privatpatienten für die Unterhaltung der Praxis nicht aus.
Viele Orthopäden benötigen nicht nur ein Ultraschallgerät,
sondern auch eine ausgeklügelte Röntgeneinheit für die
Diagnostik. Dies stellt einen enormen Kostenfaktor dar - nicht nur in
der Anschaffung, sondern auch in der Unterhaltung. Viele Orthopäden
gehen deshalb dazu über, zusätzlich zu den Kassenleistungen
auch Angebote für Selbstzahler zu machen. Dazu zählen
Behandlungen mit einem speziellen Ultralschallgerät zur
Beseitigung von Arthrosen ebenso wie die sogenannten Power-Plates zum
Muskelaufbau.

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