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Der Bausparvertrag

In Deutschland gehört er schon seit jeher zu den traditionellsten Finanzprodukten und auch in Zukunft ist er nicht aus der Finanzwelt wegzudenken - der Bausparvertrag.

Ein Bausparvertrag ist ein Vertragskonto, dass es dem Mandanten ermöglichen soll, eine Immobilie zu erwerben, umzuschulden oder aber Renovierungsarbeiten an der bereits erworbene Immobilie durchzuführen.

Der Grundgedanke nach dem ein Bausparvertrag funktioniert ist hierbei sehr einfach: Wenn ein Menschen 40 Jahre braucht um sich das Geld für sein Haus anzusparen, dann brauchen 40 Menschen nur noch 1 Jahr. Wenn man nun aber 400 Menschen beteiligt, dann kann das Haus nach etwas über einem Monat gebaut werden - die Mitglieder einer Bausparkasse handeln als nach dem Motto "Zusammen sind wir stark" und erreichen so ihr Ziel schneller als wenn sie alleine sparen würden.

Den Bausparvertrag gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Produktgestaltungen, es gibt heute kaum noch einen Kundenwunsch für den es nicht auch das passende Produkt gibt. Möchte ein Kunde zum Beispiel ganz konkret in wenigen Jahren bauen, so gibt es hierfür einen speziellen niedrigzinsigen Bausparvertrag. Hier erhält der Kunde zwar nur wenig Guthabenzinsen, dafür fallen aber auch die späteren Darlehensgebühren überaus moderat aus. Möchte ein Kunde aber z.B. nur seine Vermögenswirksamen Leistungen nutzen und steht ein Bau oder Kauf zur Zeit nicht zur Debatte, so gibt es auch für ihn den passenden Tarif, in diesem Fall mit einem hohen Guthabenzins, dafür aber auch mit einem hohen Darlehenszins.

Wie man sieht ist der Bausparvertrag also ebenso individuell wie die Wünsche seiner Besitzer.
Die Bausparkassen legen lediglich auf eine Sache ganz besonders gesteigerter Wert, die "wohnwirtschaftliche Verwendung" des Darlehens. Laut Bausparkassengesetz darf eine Bausparkasse nämlich keine Gelder verleihen die nicht diesem Bestimmungszweck zuzuführen sind.
Aus bürokratischen Gründen wird bis zu einer Summe von ca. 5000 bis 10.000 Euro aber auf einen Nachweis der wohnwirtschaftlichen Verwendung verzichtet und es reicht eine schriftliche Erklärung des Bausparers meist aus.

Während in den Jahren 2006 und 2007 die Marktzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau verweilten, war auch der Bausparvertrag als Instrument nicht mehr so gefragt. Der Grund ist klar: Warum sollte jemand einen Bausparvertrag abschießen mit dem Ziel ein günstiges Darlehen zu bekommen wenn er ein noch günstigeres Darlehen auch ohne Abschluss eines solchen Vertrages bekommt. Wenn der Zins aber wieder steigt, verändert sich auch dieser Trend wieder ins Gegenteil.

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